Prävention

„Kinder und Jugendliche schützen – Unser Auftrag!“

Kinder, Jugendliche und schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene müssen sich in unseren Strukturen nicht nur sicher fühlen können, sondern müssen dort auch möglichst sicher sein. Um dies zu erreichen, muss alles getan werden Risikofaktoren abzubauen und Schutzfaktoren aufzubauen.

Verschiedene Aspekte sind bei der Präventionsarbeit besonders wichtig: Zunächst müssen Kinder und Jugendliche darin bestärkt werden, dass sie wie Erwachsene Rechte haben und dass sie sich gegen jede Form von Gewalt wehren können und dürfen. In Einrichtungen und Organisationen muss sichergestellt sein, dass Menschen, die bereits einmal wegen Straftaten gegen das sexuelle Selbstbestimmungsrecht verurteilt wurden, nicht im Kontakt mit Kindern und Jugendlichen beschäftigt werden.

Die kirchlichen Mitarbeiter*innen, Priester, aber auch Ehrenamtliche müssen über die Strategien von Tätern*innen sowie institutionellen Risikofaktoren Bescheid wissen. Sie müssen hinschauen und wissen, wie man angemessen einschreitet, wo Grenzen verletzt werden und wann ein anderer Mensch geschützt werden muss. Es gilt, eine Kultur der Achtsamkeit im Umgang miteinander zu entwickeln. Hierzu müssen alle Mitarbeiter*innen, Priester, aber auch die Ehrenamtlichen in regelmäßigen Abständen eine Präventionsschulung des Bistums Essen besuchen.

Bei Fragen rund um das Thema Prävention und Intervention stehen euch Anna und Kati als zertifizierte Fachkräfte für Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt sowie qualifizierte Schulungsreferentinnen innerhalb der Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung.

Meldet euch unter info@bdkj-essen.de oder direkt bei Anna (anna.schaetzlein@bdkj-essen.de ) oder Kati (katharina.stennes@bdkj-essen.de).

Telefonisch erreicht ihr uns unter 0201 8938860. Wir melden uns spätestens innerhalb von 24 Stunden zurück.

Um den Schutz von Kindern und Jugendlichen in unseren Strukturen bestmöglich zu gewährleisten, haben wir verschiedene Präventionsangebote für euch entwickelt. Diese findet ihr nachfolgend.

 

​Präventionsschulungen

Als qualifizierte Schulungsreferentinnen und zertifizierte Fachkräfte für Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt bieten Anna und Kati regelmäßig Präventionsschulungen zur Sensibiliesung von Leitenden und Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugend(verbands)arbeit  an.

Zum einen finden regelmäßig Termine bei uns in der Stadtstelle statt, zu der sich Leitende und Mitarbeitende frei anmelden können. Gerne kommen wir auf Anfrage auch zu euch in die Gruppierung und führen eine Schulung bei euch vor Ort durch. Hierzu könnt ihr uns zwecks Terminabstimmung einfach eine Mail an info@bdkj-essen.de mit dem Betreff „Präventionsschulung“ senden.

Gerne könnt ihr euch auch melden, wenn ihr bestimmte Vertiefungsthemenwünsche habt, oder auch eure ältesten Teilnehmenden schulen lassen wollt. Wir beraten euch gerne und stellen mit euch ein entsprechendes Schulungsformat zusammen.

Die Basis+ Schulung findet als Tagesveranstaltung in einem Zeitrahmen von ca. 7-8 Stunden, als 2-Abend-Veranstaltung von je 3,5 Stunden  jeweils inklusive Pausen und Verpflegung statt.
Vertiefungsschulungen haben einen Zeitumfang von 3,5 Stunden, ebenfalls inklusive Pausen und einem kleinen Snack.

Die Teilnahme ist für euch kostenlos.

Die Schulung entspricht dem Curriculum des Bistum Essen für eine Basis+ Schulung und wird auch für das Modul 2de der DPSG Leitendenausbildung anerkannt.

Workshop für Leitungsrunden

Der Workshop richtet sich an Leitungsrunden katholischer Kinder- und Jugendgruppen in Essen, die ihre Zusammenarbeit bewusst reflektieren und weiterentwickeln möchten. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Leitung verantwortungsvoll, achtsam und zugleich handlungsfähig gestaltet werden kann.

Leitung in der Kinder- und Jugendarbeit bedeutet weit mehr als Organisation und Planung. Leitende übernehmen Verantwortung für junge Menschen, gestalten Beziehungen und prägen aktiv die Kultur ihrer Gruppe. Genau hier setzt der Workshop an: Er lädt dazu ein, die eigene Rolle als Leitungsperson zu reflektieren, persönliche Haltungen sichtbar zu machen und das eigene Handeln im Kontext von Nähe, Distanz und Verantwortung zu betrachten. Dafür setzen wir uns innerhalb des Workshops mit den Themen Selbstreflexion und Selbstfürsorge auseinander – Themen, die gerade in der ehrenamtlichen Arbeit schnell hinten angestellt werden und uns selbst damit zu  potentiellen, institutionellen Risikofaktoren in unserer Arbeit machen können.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der gemeinsamen Teamkultur innerhalb der Leitungsrunde. Wie treffen wir Entscheidungen? Wie gehen wir mit Unsicherheiten, Konflikten oder unterschiedlichen Bedürfnissen um? Welche Werte tragen unsere Zusammenarbeit – und wo gibt es möglicherweise Spannungsfelder? Durch angeleitete Methoden und Übungen wird Raum geschaffen, diese Fragen gemeinsam zu bearbeiten und ein gemeinsames Verständnis von guter Leitung zu entwickeln. Dies kann auch als Basis zur Entwicklung oder Überarbeitung des Verhaltenkodex eures individuellen Schutzkonzeptes dienen.
Darüber hinaus widmet sich der Workshop dem sensiblen Umgang mit Prävention und Grenzverletzungen jeglicher Form. Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit herausfordernden Situationen zu gewinnen, eigene Grenzen besser wahrzunehmen und die der anderen zu achten. Dabei geht es nicht nur um das Erkennen von Risiken, sondern auch darum, eine Haltung zu entwickeln, die zu einem sicheren und respektvollen Miteinander beiträgt. Hierbei wird der Blickwinkel auch weiter geöffnet von (potentiellen) Betroffenen hin zu unserem ganzen System als Leitungsrunde und Gruppierung.

Der Workshop ist praxisnah und interaktiv gestaltet. Neben inhaltlichen Impulsen stehen insbesondere Selbstreflexion, Austausch und das Lernen als Team im Vordergrund. Eigene Erfahrungen und Situationen aus dem Gruppenalltag können eingebracht und gemeinsam bearbeitet werden.
Das Angebot richtet sich an bestehende Leitungsrunden und ist darauf ausgelegt, gemeinsam als Team vollständig teilzunehmen. Der zeitliche Umfang beträgt etwa sieben Stunden inklusive Pausen und Verpflegung.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Bei Interesse meldet euch unter info@bdkj-essen.de mit dem Betreff „Workshop für Leitungsrunden“ zur Terminvereinbarung oder Rückfragen.

Die Teilnahme am Workshop wird durch eine Bescheinigung bestätigt, die zum einen als Auffrischungs-/Vertiefungsschulung der Basis+ Schulung bzw. Modul 2d/e der DPSG durch den DPSG Diözesanverband Essen und das Bistum Essen anerkannt wird und darüber hinaus als Nachweis zu Weiterbildungsstunden zur JuLeiCa genutzt werden kann.

Präventionsgruppenstunden

Wir wollen Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt schützen und (potenziell) Betroffene stark machen.
Dies gelingt uns am Besten, wenn wir direkt mit dem Kindern und Jugendlichen zu diesem Thema arbeiten, sie informieren, Resilienzen und Stärken fördern und sie zu Experten im Wissen um ihre eigenen Grenzen machen.
Dafür haben wir Gruppenstunden entwickelt, die ihr in den verschiedenen Altersstufen individuell angepasst durchführen könnt.

Ihr könnt euch die Gruppenstundenhandouts hier herunterladen, euch einen Baukasten mit allem nötigen Material zur Gruppenstunde bei uns ausleihen und euch zur Durchführung von uns beraten oder begleiten lassen. Bei Interesse meldet euch einfach unter info@bdkj-essen.de mit dem Betreff „Präventionsgruppenstunden“

Resilienz

Zielgruppe
7-12, 13-16 oder 16-18 Jahre

Inhalt
7-12: In dieser Gruppenstunde steht die Entdeckung eigener Stärken im Mittelpunkt. Kinder im Grundschulalter entwickeln zunehmend ein Bild von sich selbst, benötigen jedoch häufig Unterstützung dabei, ihre eigenen Fähigkeiten wahrzunehmen und wertzuschätzen. Ziel ist es, das Selbstvertrauen zu stärken und ein positives Selbstbild zu fördern. Die Einheit ist bewusst spielerisch und ressourcenorientiert angelegt.
13-16: 
Jugendliche erleben häufig Leistungsdruck, Unsicherheiten und soziale Erwartungen. Diese Gruppenstunde bietet Raum zur Reflexion von Stress und zur Entwicklung individueller Bewältigungsstrategien. Die Jugendlichen entwickeln eigene Strategien im Umgang mit Stress und Belastung.
16-18: 
Zwischen Belastung und Balance

Grenzen erkennen und benennen

Zielgruppe
7-12, 13-16 oder 16-18 Jahre

Inhalt
7-12: Den Kindern wird ein Bewusstsein für ihren eigenen Körper und ihre persönlichen Grenzen vermittelt. Dabei wird ihnen ermöglicht, ihre Grenzen zu erkennen, zu kommunizieren und zu verteidigen. Die Kinder lernen auch, die Grenzen anderer zu respektieren.
13-16: 
Die Jugendlichen sollen ein Bewusstsein für ihre eigenen körperlichen und emotionalen Grenzen entwickeln und lernen, diese zu respektieren und zu verteidigen. Gleichzeitig sollen sie die Grenzen anderer Menschen erkennen und respektieren.
16-18: Körperwahrnehmung und Grenzen setzen

Cybergrooming

Zielgruppe
ab 12 Jahre

Inhalt
Die Kinder und Jugendlichen lernen, was Cybergrooming ist und welche Gefahren damit verbunden sind.
Sie entwickeln Strategien zur Erkennung und Vermeidung von Cybergrooming.
Die Jugendlichen wissen, wie sie sich verhalten können, wenn sie oder jemand in ihrem Umfeld betroffen ist.

Hier haben wir für euch die wichtigsten Informationen rund um  das Thema sexualisierte Gewalt zusammengefasst:

Was ist sexuelle/sexualisierte Gewalt?

„Sexuelle oder sexualisierte Gewalt“ sind sexuelle Handlungen, die an Kindern oder Schutzbefohlenen, an Personen, die ihnen nicht zustimmen können, oder an Jugendlichen oder Erwachsenen gegen deren Willen ausgeübt werden. Wenn Menschen ihre Sexualität gewaltsam und grenzüberschreitend ausleben, verüben sie sexuelle Gewalt. Von „sexualisierter Gewalt“ spricht man, wenn Menschen Gewalt und Machtmissbrauch auf der Ebene sexueller Handlungen ausüben, ohne dass ein in erster Linie sexuelles Begehren sie motiviert. Sowohl bei sexueller als auch bei sexualisierter Gewalt handelt es sich keinesfalls um Erotik oder (vermeintlich) einvernehmlichen Sex.

 

Was muss ich tun, wenn ich von sexueller/sexualisierter Gewalt erfahre?

Was zu beachten ist, wenn sich Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene anvertrauen, Betroffene geworden zu sein:

  • Bleibe ruhig. Überstürzte Handlungen bringen nichts.
  • Glaube dem Kind oder dem/der Jugendlichen. Nimm es/ihn/sie ernst. Signalisiere, dass er/sie über das Erlebte sprechen darf.
  • Versichere dem Kind oder dem/der Jugendlichen, dem/der jungen Erwachsenen, dass es/er/sie keine Schuld an dem Erlebten hat.
  • Dränge nicht weiter nach. Der/Die Betroffene weiß selbst am besten, was es bereit zu erzählen ist. Höre zu und zeige Anteilnahme.
  • Spiele nichts herunter. Oft sind die ersten Erzählungen nur die Spitze des Eisbergs.
  • Mache keine Versprechen, die du nicht einhalten kannst (z.B. niemanden von dem Vorfall zu erzählen)!
  • Versichere dem/der Betroffenen, dass du das Gehörte vertraulich behandelst, dir aber Hilfe und Beratung holen wirst. Das ist dein Recht!
  • Beziehe das Kind, die/den Jugendliche/n, die/den junge/n Erwachsene/n altersangemessen in die weiteren Schritte mit ein.
  • Handle nicht eigenständig ohne Rücksprachen im Team. Bedenke beim Verdachtsfall zum Schutz des/der Betroffenen immer: So viele Menschen wie nötig und so wenig Menschen wie möglich informieren.
  • Hole dir Rat von einer Expertin oder einem Experten. Hierfür kannst du dich an unsere Präventionsfachkraft Anna oder an die Ansprechpartner des Bistums Essen wenden.
  • Wirke darauf hin, dass das Kind, die/der Jugendliche nicht beschämt wird: Sorge dafür, dass die/der Betroffene nicht unnötig oft vom Erlebten erzählen muss und dass die/der Betroffene wählen kann, ob sie/er einer Frau oder einem Mann von dem Erlebten berichtet. Sorge dafür, dass das Kind oder die/der Jugendliche zu den nächsten Gesprächen begleitet wird, wenn es/sie/er das wünscht.
  • Konfrontiere unter keinen Umständen die vermeintlichen Beschuldigten mit dem Verdacht.
  • Protokolliere das Gespräch zeitnah für spätere Schritte.
Empfehlungen zum Umgang mit (Verdachts-)Fällen in der katholischen Jugendverbandsarbeit

Der BDKJ-Diözesanverband Paderborn hat eine kurze Handlungsempfehlung erarbeitet:

Generell gilt es, den Kreis der mit dem Verdachtsfall betrauten Personen so klein wie möglich zu halten und alle Informationen und insbesondere Namen streng vertraulich zu behandeln – aus Gründen des Betroffenen- und Beschuldigtenschutzes. Bei Auftreten eines Falles auf einer anderen Ebene wird dieses Verfahren adäquat auf der nächsthöheren Ebene angewendet.

 

Im Falle des Verdachts

  • Besprich deine Vermutung mit einer Person deines Vertrauens und unterrichte deinen Vorstand.
  • Nehmt Kontakt zu einer erfahrenen Fachkraft oder der Präventionsbeauftragten und dem Interventionsbeauftragten  des Bistums Essen auf und lasst euch von diesen hinsichtlich eures weiteren Vorgehens beraten. Dies kann auch anonym geschehen.
  • In enger Absprache mit der Fachkraft der/des Gemeinde, Pfarrei, BDKJ oder Bistums schaltet ihr dann gegebenenfalls das Jugendamt und/oder die Polizei/Staatsanwaltschaft ein. Alle weiteren Schritte solltet ihr nur in enger Absprache mit der Fachkraft und den eingeschalteten Behörden gehen!
  • Legt fest, wer von euch Ansprechpartner/Ansprechpartnerin für Außenstehende ist.
  • Unter den informierten Personen besprecht Ihr, wie Ihr den (möglichen) Betroffenen im Rahmen Eurer Möglichkeiten helfen und Hilfe vermitteln könnt, wie Ihr Euch selbst weitere Hilfe von Außen holt, wie der/die mögliche Beschuldigte vorerst von eurer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ausgeschlossen werden kann.
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